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PRAXISBEISPIELE

Praxisbeispiel Karakol
Über Maß, Zeit und Bedeutung

Im Sommer 2016 fand ein Seminar statt um die Qualitäten der Landschaft des Karakoltals (Altai-Republik, Süd-Sibirien) zu charakterisieren. Dieses Tal wird von vielen Altaiern als das spirituelle Herz der Altai-Kultur betrachtet, und es erstreckt sich vom heiligen beschneiten Berg Ütsch-Enmek hinunter zum Dorf Karakol 40 km nördlicher.

Weitere Informationen finden Sie in dieser pdf-Datei:

Praxisbeispiel Kandern
Christopherus-Werkstätten bei Kandern (Deutschland)

Sonja Schürger wurde im Frühjahr 2008 zu einem viertägigen Beratungsseminar in die St. Christopherus Werkstätten bei Kandern im Südschwarzwald eingeladen. Die heilpädagogische Einrichtung betreut mit ca. 35 Mitarbeitern 100 seelenpflege-bedürftige erwachsene Menschen. Die Lebensgemeinschaft betreibt eine vielfältige biodynamische Landwirtschaft und verschiedene Werkstätten sowie einen Hofladen. Bei Konzeption der Anlage im dorfähnlichen Charakter mit mehreren Gebäuden vor mehr als 25 Jahren wurde die Landschaft einbezogen; sie ist wichtiger Umraum, der den ganzen Menschen als leiblich-seelisch-geistiges Wesen anspricht. Dieser Aspekt ist im Laufe der Jahre teilweise wieder verlorengegangen.

Ziel des Seminars war es, in verschiedenen Mitarbeiterteams gemeinsam die aktuelle Situation anzuschauen und neue Gestaltungsvorschläge zu erarbeiten, die die besondere Schönheit und Eigenart des Ortes, aber auch die Bedürfnisse der Bewohner in den Blick nehmen als Basis für die Gestaltung der Außenanlagen. Wichtiges Anliegen der dort lebenden und arbeitenden Menschen war und ist es, die Begegnung mit der Natur durch Sinneserfahrungen zu ermöglichen.

Den ausführlichen Bericht von Sonja Schürger finden Sie in dieser pdf-Datei:

Praxisbeispiel Beekhuizen
Ehemalige Freiluftbadeanlage Beekhuizen nahe Arnheim (Niederlande)

Zusammen mit Mitgliedern der Landschaftsarbeitsgruppe PETRARCA Niederlande und Bewohnern des Wohn-Naturgebietes Beekhuizen organisierte Bas Pedroli im Oktober 2015 einen Arbeitstag, den die Gemeinde angesetzt hatte. Wunsch und Ziel war es, die ehemalige Freiluftbadeanlage, die mittlerweile von den Anwohnern gestaltet war, für Fußgänger von außen zugänglich zu machen. Konkret sollte ein öffentlicher Weg durch das Gelände angelegt werden, der Menschen von außerhalb Einblick und Verweilmöglichkeiten eröffnete, die Bewohner und die Natur jedoch nicht störte. Es war viel Eigenengagement gefragt, denn eine finanzielle Unterstützung für die Umsetzung gab es nicht.

Nach einer Einführung in den aktuellen Tag und einer Vorstellungsrunde begannen die Teilnehmer in Zweiergruppen den Teil der Landschaft zu erkunden, der sich für den neuen Weg anbot, schweigend und unvoreingenommen. Eine herausfordernde Aufgabe, die im gewöhnlichen Alltag kaum geübt wird: es tauchen Kontraste und Polaritäten auf; Farben, Gerüche, Geräusche und Düfte werden wahrgenommen, und einiges wird als verwirrend in der Landschaft bewertet. Im anschließenden Austausch in der Gruppe werden diese Erlebnisse in einer Übersichtskarte vermerkt.

Im zweiten Rundgang über das Gelände liegt der Blick auf der Eigenart der verschiedenen Räume. Teilnehmer erleben die Zufälligkeit in der Gestaltung des Geländes in der Vergangenheit; andere äußern, dass durch eine bewusste Gestaltung, wie eine neue Wegführung, die Eigenart einzelner Plätze intensiviert werden kann.

Durch die ersten Begehungen und den guten Austausch sind Übergangsbereiche sichtbar geworden, die im dritten Schritt gekennzeichnet werden; in der Abwechslung von kleinen Landschaftsräumen wird das Gelände vielfältiger und bewusster erlebbar. Es entstehen Ideen, die Übergänge stärker herauszuarbeiten durch Andeuten eines Ein- oder Ausganges, Platzieren einer Bank oder Pflanzen eines Baumes.

Den ungekürzten Artikel von Bas Pedroli und Esther van den Berge können Sie hier lesen: