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Sonja Schürger zurück
Eigener Bezug zum Thema Landschaft
Landschaft ist eine Frage der Verbindung mit der Welt im eigenen
Denken, Wahrnehmen und Erleben. Je nach der Art dieser Verbindung
gestaltet sich die Wirklichkeit, in der wir leben. Wie wird diese
schöpferische Mitgestaltung der Wirklichkeit zur eigenen
Erfahrung? Lassen sich von da aus Leitbilder für die Gestaltung
einer Landschaft gewinnen, die der individuellen Entwicklung des
Menschen ebenso gerecht werden wie dem ökologischen Zusammenhang?
Diese Fragen bilden den Ausgangspunkt für die Zusammenarbeit mit
Hofgemeinschaften, therapeutischen und sozialen Einrichtungen, denen
die Kultur und die Pflege einer authentischen Landschaft ein Anliegen
ist. Oft stehen ganz konkrete Probleme am Anfang: Wie kann ein
vernachlässigter Park wieder in Pflege genommen werden, ohne nur
auf alte Vorbilder zurück zu greifen? Oder: Wie kann starker
Austrocknung und Erosion in einer offenen Agrarlandschaft entgegen
gewirkt werden, so dass nicht nur eine funktionell-ökologische
Verbesserung eintritt, sondern auch der unverwechselbare Charakter, die
Identität eines Ortes wieder erlebbar wird ?
Identität und Eigenart einer Landschaft können sich nur
entfalten, wenn Menschen eine persönliche Beziehung eingehen mit
den Lebenszusammenhängen eines Ortes. Und die Beziehung beginnt
bereits mit jeder Wahrnehmung: jeder Begriff ist eine bestimmte
Zuwendungsweise zur Welt, in der sich das andere offenbaren kann, uns
die Wahrnehmung erst verständlich wird. Und im aufmerksamen,
einfühlsamen Beschreiben der sinnlichen Erscheinung finden wir zu
uns selbst: wir entdecken, womit wir uns seelisch-geistig gerade
verbinden. Sinneswelt und innere Erfahrung gehören verbindlich
zusammen.
Genau diesen Zusammenhang umfasst die ursprüngliche Bedeutung von
„Ästhetik“, als Wissenschaft sinnlicher Erkenntnis: Begriffe und
Urteile werden unmittelbar an der sinnlichen Erfahrung entwickelt. Es
gilt, die äußeren Phänomene so zu beschreiben, dass
sich das Wesen, die Idee einer Sache zeigen kann.
Landschaftsästhetik ist damit weit mehr als nur ein „schönes
Beiwerk“ zur Ökologie, sondern macht uns aufmerksam auf den
Vorgang des Wahrnehmens als die Basis jeglicher Wirklichkeitserfahrung.
Im Austausch mit anderen vertieft und erweitert sich die eigene
Erfahrung an der Sinneserscheinung zu einer gemeinsamen Anschauung, die
von allen mitgetragen wird und inhaltlich sachgemäß ist.
Indem das Anschauen der Phänomene und der inneren Erfahrungen
daran in einer menschlichen Gemeinschaft bewusst gepflegt wird,
können sich individuelle zukünftige Entwicklungsbilder
für Natur und Landschaft konkretisieren, die sich in den
ökologischen Zusammenhang einfügen.
Auf solche Weise neu entstehende lebendige Zusammenhänge des
Menschen mit seiner natürlichen und sozialen Umgebung sind eine
Quelle für wirklich nachhaltige Gestaltung und Bewirtschaftung der
Landschaft.
Biografische Notizen
Studium der Biologie und Landespflege in Würzburg und
Stuttgart-Hohenheim, künstlerisches Studienjahr, Oberstufenkurs am
Seminar für Waldorfpädagogik in Witten-Annen, Mitarbeit in
der Stadtentwicklung von Witten, seit 1994 freiberuflich tätig im
Bereich der Landschaftsökologie und -planung. Zusammenarbeit mit
ökologisch wirtschaftenden Höfen in Brandenburg zur
individuellen Entwicklung der Landschaft, mit therapeutischen und
pädagogischen Einrichtungen zur Sanierung und Pflege von
Parkanlagen; Seminare/Exkursionen zur Landschaftswahrnehmung und
–gestaltung.
Projektberichte/Veröffentlichungen:
s.Anhang
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