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Marita Bruns  zurück
Eigener Bezug zum Thema Landschaft
Die Gestaltung „unseres“ Schulgeländes, dass heißt der
Freien Waldorfschule Wiesbaden war der persönliche neue
Anknüpfungspunkt seit 1992, der mich seitdem auf einen
Übungsweg im Umgang mit Landschaft führte.
Ausgehend von der grundsätzlichen Frage: Was ist überhaupt
Landschaft? Wie kann ich die Landschaft um mich herum so gestalten,
dass sie sowohl ihre Eigenheit behält, aber auch mit den Menschen,
die in ihr leben korrespondiert, so dass eine gemeinsame Entwicklung
stattfinden kann und bewußt geführt werden kann, entwickelte
sich im Laufe der vergangenen Jahre eine intensive Auseinandersetzung
mit dem Thema Landschaft.
Es entstand zunächst eine dauerhafte Zusammenarbeit mit einer
Gruppe Menschen aus der Schulgemeinschaft, im Laufe der Zeit ergaben
sich Nachfragen und eine Zusammenarbeit mit Kindergärten der
Umgebung, Schulen und landwirtschaftlichen Betrieben, Fortbildungskurse
für Gartenbaulehrer.
Zentrales Anliegen war und ist es, Menschen „ihre“ Landschaft
näher zu bringen und nach einem Prozess des Erkennens
Handlungskriterien zu entwickeln, die die Möglichkeit in sich
tragen, eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen.
Biografische Notizen
Geboren im September 1955. Bereits mein Opa väterlicherseits war
Gärtner - erblich belastet?? Irgendwie vielleicht schon. Seine
beiden Söhne wurden Gärtner, zwei meiner vier Geschwister
sind im gärtnerischen Bereich tätig.
Ich wuchs in einer ländlichen Umgebung auf, mit viel Freiraum zum
Spielen. Etwa ab dem 9.Lebensjahr war ich (wie auch meine Geschwister)
eingebunden in tägliche Pflichten, die zum häuslichen Bereich
gehörten oder dem helfenden Tätigsein in der kleinen
Dorfgärtnerei meiner Eltern. Dabei erlebte ich die Jahreszeiten
und Festeszeiten aus den verschiedenen Tätigkeiten heraus sehr
intensiv. Die kleine Haustierhaltung und die Bewirtschaftung von ein
paar Feldern verstärkten diese Erlebnisse. In meinen Erinnerungen
erlebe ich mich als vollkommen in diesen Naturzusammenhang und die
Familie eingebettet. Besonders spannend fand ich damals schon, wenn ich
meinem Vater bei kleineren Gestaltungsaufträgen helfen durfte. Der
Gedanke, an etwas mit tätig sein zu können, was ich dann
über Jahre hinweg in der weiteren Entwicklung beobachten konnte,
faszinierte mich.
So wuchs der Wunsch in mir, Landschaftsgärtner zu werden. Nach dem
Abitur machte ich ein Praktikum in einer Baumschule mit angeschlossenem
Landschaftspflegebereich . Hier wollte ich erst einmal schnuppern ob es
das war, was ich suchte. Ich war entsetzt! Meine Vorstellungen, dass
hier mit der Erde und den Pflanzen gearbeitet würde, wurde ein
jähes Ende gesetzt. Ich erlebte Hochbau, Tiefbau, Maschinen, alles
Lebendige einschließlich der Menschen, für die hier doch
gearbeitet werden sollte, waren reine Nebensache!!! Das konnte es also
offensichtlich nicht sein.
Ich studierte Gartenbau im Ingenieurfach, die Anbaufächer
Baumschule, Staudenanbau und Gemüsebau in der Vertiefung, ohne zu
wissen, wo mich das hinführen sollte. Als roter Faden spann sich
durch alles, dass ich etwas suchte, wo ich mit der Erde, mit Pflanzen
und mit Menschen arbeiten konnte.
Es gab verschiedene Stationen: Der Gedanke des Berufsschullehrers, das
Erlebnis, dass wegen einer Mehreinnahme von zwei Pfennigen für ein
Kilo Möhren auf dem Großmarkt der Boden eines ganzen Ackers
mit dem Traktor zuschanden gefahren wurde (Ernte im Herbst bei
großer Nässe) und plötzlich der Möglichkeit
Gartenbaulehrer an einer Waldorfschule zu werden. Dazu entschloss ich
mich. Zu dieser Schule gehörte ein großes Gelände - wie
hätte es anders sein können? , für das ich mich
verantwortlich fühlte und erste Gestaltungsversuche unternahm.
Zum ersten Mal entstand der Eindruck, das die Verbindung, nach der ich
immer gesucht hatte, hier gefunden werden könnte. Die Gestaltung
des Schulgeländes - im Zusammenhang zu der umgebenden Landschaft,
mit den aktuellen Geländegegebenheiten, mit und für die
Menschen der Schulgemeinschaft wurde zum Übungs- und
Erfahrungsfeld in dem ich mittlerweile vierzehn Jahre tätig bin,
ohne sagen zu können dieser Prozess sei abgeschlossen. Vielmehr
entstehen ständig neue Herausforderungen im Umgang mit dem
Gelände und dessen Eingebundensein in die Sozialgemeinschaft
Schule.
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